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Golfländer sind respektable Investoren geworden

31.12.2007

Spektakuläre Milliardenhilfen von Investoren aus dem Nahen Osten für die von der amerikanischen Hypothekenkrise gebeutelten Citigroup und die UBS werfen ein Schlaglicht auf die Rolle der Golfländer als internationale Investoren.

Aber es vergeht kaum ein Tag, ohne dass nicht ganz normale industrielle und finanzielle Grossengagements aus diesem Raum irgendwo auf der Welt gemeldet werden. Die Golfländer schwimmen im Geld. Ibrahim Dabdoub, der Chef der Nationalbank von Kuwait, schätzt die Liquidität auf 1500 Milliarden Dollar.
Öl nicht mehr die einzige Quelle

Allein mit dem Ölexport verdienen die Golfländer täglich 1,2 Milliarden Dollar. Öl und Gas sind aber nicht mehr die einzigen sprudelnden Quellen. Ein grosser Teil der Liquidität stammt aus den Aktienmärkten und dem Bauboom. Im Moment sind Bauprojekte von über 1000 Milliarden Dollar in der Ausführungsphase. Das hohe Wachstum in der Region wird ebenso von den Investitionen angetrieben. In den letzten vier Jahren wurde der Überschuss gezielt eingesetzt, um die regionale Industrie zu diversifizieren und die Ölabhängigkeit zu verringern - im Gegensatz zu den 80er-Jahren als das Geld hauptsächlich in Finanzinstrumente mit geringer Rentabilität wie zum Beispiel amerikanische Schatzscheine und in den Konsum floss.

Die Strategie aller Länder des Golfkooperationsrates (Bahrain, Kuwait, Oman, Qatar, Saudiarabien und Arabische Emirate) ist jetzt darauf ausgerichtet, eine solide Infrastruktur aufzubauen und die entsprechenden Märkte und Institutionen zur Verwaltung des eigenen Vermögens einzurichten, um eine Basis für dauerhaft hohe Wachstumsraten zu schaffen. Ausdruck dieser Entwicklung ist etwa die Kapitalverflechtung der Börse von Dubai mit der New Yorker Nasdaq und der Börse von London.

Die verstärkte Regionalisierung ist vor allem seit den Terroranschlägen vom September 2001 zu beobachten. Sie hat dazu geführt, dass sich Unternehmen in mehreren Ländern der Region etablierten. Andere haben bereits den Schritt zu echten Multis geschafft, Fluggesellschaften, Telekommunikationsfirmen und Häfen gehören zum Beispiel dazu. Die Fluggesellschaft Emirates hat sich vorgenommen, 2015 an der Weltspitze zu stehen. Der Hafenbetreiber DP World - hervorgegangen aus der Hafenbehörde von Dubai - besitzt in 22 Ländern 42 Häfen und betreibt weitere 27 als Minderheitseigner. In 10 Jahren will auch er an der Weltspitze stehen.

Vom Rückschlag in den USA liess man sich nicht abschrecken. Als Folge von Protesten im amerikanischen Kongress gegen den neuen arabischen Eigentümer musste DP World 2006 nach der Übernahme von P&O sechs Häfen in den USA wieder abstossen. Das Management machte keine grosse Geschichte daraus und befand selbstkritisch, der Deal sei schlecht verkauf worden.
Potente Staatsfonds

Die Probleme von DP World in den USA waren eine Ausnahme. In kurzer Zeit sind die Golfländer zu angesehenen und ernstzunehmenden Akteuren auf der internationalen Finanzszene geworden. Das gilt für Staatsfonds, institutionelle Investoren, Multis und reiche Familien, die gewaltige Summen als Finanz- oder Direktinvestitionen anlegen. Allein die saudischen Investitionen in ausländische Wertpapiere haben sich von April 2005 bis April 2007 auf 180 Milliarden Dollar verdreifacht.

Die potentesten Akteure sind Staatsfonds, die Vermögensverwalter der Golfstaaten, von denen die kleineren immer noch wie Familienunternehmen geführt werden. Der mit Abstand grösste von ihnen, mit einem geschätzten Vermögen von 875 Milliarden Dollar ist der Abu Dhabi Investment Council (ADIC). Er hat der Citigroup die Finanzspritze verabreicht. Diese Staatsfonds würden sich durch einen ausserordentlichen Mangel an Informationen über die Kapitalflüsse und die Portfolios auszeichnen, bemerkte das Institute of International Finance.

In Kuwait verbietet sogar ein Gesetz, dass Informationen über die Arbeit der KIA, der staatlichen Investmentbehörde, an die Öffentlichkeit gelangen. Ihren Publikationen sind nur vage Hinweise über ihre Strategien zu entnehmen. So ist der ADIC seit seiner Neugestaltung 2006 vor allem auch für dritte Parteien aktiv und hat einen eigenen Hedge-Fonds gegründet. Seine Devisen lauten: «voraus denken» und «aussergewöhnliche Erträge» erwirtschaften. Bei der kuwaitischen KIA wurden die Bonitätskriterien von AA auf BBB+ gelockert und damit der Weg die neuen Märkte der Schwellenländer geebnet.
Neue Seidenstrasse

Die ausländischen Direktinvestitionen aus dem Golfraum haben sich laut Bloomberg dieses Jahr auf den Rekordwert von 84,5 Milliarden Dollar verdoppelt. Zwei Drittel fliessen immer noch in die entwickelten Länder, aber der Trend geht eindeutig Richtung Asien, eine Region mit der durch die vielen Gastarbeiter am Golf auch kulturelle Verbindungen bestehen. Zwischen 10 und 11 Prozent der Petro-Dollar-Investitionen entfallen bereits auf Asien. Beobachter rechnen aber nicht damit, dass Asien die alte Welt bald überflügeln wird.

Quelle: tagesanzeiger.ch
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