 Zypern News 28.12.200628.12.2006THEMEN HEUTE: ½ Der AStV beschließt die Öffnung eines Verhandlungskapitels der Türkei ½ Die CYP Regierung hält eine Vereinbarung zum Handel zwischen der EU und den TZ für möglich ½ TUR-PM (UGR÷DQ begrüßte die Trennung des Zypernproblems von den EUBeitrittsverhandlungen mit der Türkei ½ Die Rückgabe der in München zurückgehaltenen CYP Antiquitäten wird beim Besuch des Bundestagspräsidenten in Zypern zur Sprache kommen. ½ TZ kritisieren Frankreich und Russland ½ Parlamentsdebatte über den Haushalt 2007 AUFMACHER: PHILELEFTHEROS (liberal, Mitte): Rote Karte für die Piraeus-Bank (zum Scheitern eines Zusammenschlusses mit der „Bank of Cyprus") ALITHIA (konservativ, oppositionsnah): Die Verhandlungskapitel sind schon an der Reihe (zu den Beitrittsverhandlungen der Türkei) POLITIS (unabhängig, liberal): (nicht erhalten) (GZ = Griechisch-Zyprer, TZ = Türkisch-Zyprer, CYP = Republik Zypern, TUR = Türkei, GRC =Griechenland) ______________________________________________________________________ AUSSENPOLITIK / ZYPERNPROBLEM Der AStV beschloss die Öffnung eines Verhandlungskapitels mit der Türkei Der CYP und der GRC ständige Vertreter sprachen sich gegen die von Großbritannien, Italien, Schweden und Spanien unterstützten Öffnung von drei weiteren Verhandlungskapiteln aus. Laut PHILELEFTHEROS habe die Erklärung des TUR-AM, dass die EU-MS verunsichert seien, verärgert. Dies habe dazu geführt, dass die oben genannten Mitgliedsstaaten ihre Forderung zurückgenommen hätten. Sie hätten zum Schluss anerkannt, dass die Republik Zypern der Öffnung weiterer Verhandlungskapitel nicht zustimmen könne. Die Diskussion werde unter der deutschen Ratspräsidentschaft parallel zu den Verhandlungen über den Handel mit der tz Gemeinschaft fortgesetzt. Die Europäische Kommission und Berlin seien über die Haltung der CYP Regierung zu dieser Frage unterrichtet worden. ALITHIA weist darauf hin, dass der AStV nur vier Tage nach dem Beschluss des EU-Gipfeltreffens zum Einfrieren von Verhandlungskapiteln, nun ein Kapitel mit Zustimmung Zyperns öffne. Die CYP Regierung könne weder „Allianzen" mit anderen EU-MS schliessen, noch Druck ausüben, um die Rechte und Interessen Zyperns zu wahren. Parlamentspräsident Christofias bezeichnete die Erklärung von StPr Papadopoulos als zufrieden stellend, dass Zypern jedes einzelne Verhandlungskapitel unter Berücksichtigung seiner Situation prüfe und erforderlichenfalls auf seinem Standpunkt beharren werde. Zypern habe Schwierigkeiten, weil auch die EU-MS „keine Engel seien" und die USA mittels der EU, der ja auch Großbritannien angehöre, die Menschheit zu regieren versuche. (ALLE ZEITUNGEN) Die CYP Regierung hält eine Vereinbarung zum Handel zwischen der EU und den TZ für möglich Der CYP Regierungssprecher erklärte unter Bezug auf die Pressekonferenz von AM Steinmeier in Brüssel, dass die CYP Regierung mit ihren EU-Partnern zur Lösung dieses Problems im Gespräch sei, um die TZ als rechtmäßige Bürger der Republik Zypern wirtschaftlich zu unterstützen. Die Regierung messe dem Begriff „Nordzypern", den AM Steinmeier benutzt habe, keine politische Bedeutung bei. Die Wortwahl des deutschen AM stelle nur einen geographischen Begriff dar und sei keine politische Standortbestimmung. Unter Bezugnahme auf Nachrichten in den deutschen Medien, wonach StPr Papadopoulos sich zur Schaffung eines besseren Klimas für die Verhandlungen über die Direkthandelsverordnung verpflichtet habe, betonte der Regierungssprecher, dass sich der Staatspräsident nur zur Fortsetzung der Konsultationen verpflichtet habe. Der Direkthandel sei eine rein wirtschaftliche Angelegenheit, die mit politischen Zielen der tz Seite oder mit der sog. Isolierung der TZ nicht verbunden werden könne. (ALLE ZEITUNGEN) ALITHIA wirft der CYP Regierung vor, dass sie auf die Benutzung des Begriffs „Nordzypern" durch europäische Regierungen unzureichend oder überhaupt nicht reagiere. Sie habe die Äußerung des AM Deutschlands, das in einer Woche die EUPräsidentschaft übernehme, als einen geographischen Begriff „verschluckt", obwohl AM Steinmeier diesen Begriff zur Bestimmung des Gebietes, mit dem die EU Handel treiben wolle so benutzt habe, als handele es sich hierbei um einen getrennten Staat. Als der Sprecher des US State Departments das besetzte Gebiet als „Nordzypern" bezeichnete, sei ein Sturm der Entrüstung die Folge gewesen. PHILELEFTHEROS berichtet über Konsultationen der CYP Regierung mit der finnischen Ratspräsidentschaft und der deutschen Regierung über eine Vereinbarung zum Handel mit den TZ, die es der TUR/tz Seite unmöglich machen soll, das Ergebnis zur Aufwertung ihres tz Pseudostaats zu nutzen. Die drei folgenden von der EU bestimmten Kriterien sollten hierbei eingehalten werden: a) wirtschaftliche Unterstützung der TZ, b) wirtschaftlich Wiedervereinigung der Insel und c) Zunahme der Kontakte zwischen den beiden Gemeinschaften. Die CYP Regierung habe vorgeschlagen, dass tz Produkte entweder vom Hafen von Limassol oder vom Hafen von Famagusta ausgeführt werden. Im zweiten Fall solle der abgesperrte Stadtteil geöffnet werden. Der Wert der tz Exporte werde auf 70 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt. TUR-30(UGR÷DQEHJUWHGLH7UHQQXQJGHV=\SHUQSUREOHms vom EUBeitrittskurs der Türkei PM (UGR÷DQ bezeichnete die Trennung des Zypernproblems vom EU-Beitrittskurs der Türkei als einen richtigen Beschluss der EU. Eine gerechte Gesamtlösung für das Zypernproblem könne nur unter der Schirmherrschaft der VN gefunden werden. VNGeneralsekretär Annan bewahre eine positive Haltung zur Türkei und zur "Türkischen Republik Nordzypern". Er sei davon überzeugt, dass Annan dem neuen VNGeneralsekretär seine Vorstellungen dargelegt habe. (ALLE ZEITUNGEN) TZ kritisieren Frankreich und Russland Der Sprecher des tz Führers, Erçakica, warf Frankreich und Russland vor, dass sie die gz Zypernpolitik unterstützten. Die gz Seite versuche, sich vom VN-Verfahren zur Lösung des Zypernproblems zu befreien. Die TZ wollten dagegen im März 2007 mit den Gesprächen beginnen. (PHILELEFTHEROS) ______________________________________________________________________ WIRTSCHAFT Parlamentsdebatte über den Haushalt 2007 DISY-Abgeordnete kritisierten vor allem die Politik der Regierung zum Zypernproblem, zur inneren Verwaltung und zu Sozialfragen. (ALITHIA) ______________________________________________________________________ DEUTSCHLANDBILD Die Rückgabe der in München zurückgehaltenen CYP Antiquitäten wird beim Besuch des Bundestagspräsidenten in Zypern zur Sprache kommen PHILELEFTHEROS berichtet mit folgenden Schlagzeilen über die Kunstwerke, die die Münchener Polizei 1997 bei der Verhaftung des türkischen Antiquitätenschmugglers Aydin Dikmen beschlagnahmt hat: „Ihr Schicksal in den Händen der Deutschen; Der Fall Dikmen; Seit 9 Jahren werden 250 aus dem besetzten Gebiet gestohlene Kunstwerke in München zurückgehalten; Es ist nicht bekannt, wann sie zurückgegeben werden; Tausende Kunstwerke wurden aus dem besetzten Gebiet gestohlen; Generalstaatsanwalt Klerides: „Wir warten auf den Gerichtsbeschluss". Obwohl es Beweise dafür gebe, dass 250 der beschlagnahmten Gegenstände aus dem besetzten Gebiet Zyperns stammen und ein bayerisches Gericht am 03. Juni 2004 deren Rückgabe an die Republik Zypern beschlossen habe, verweigere die deutsche Regierung die Rückgabe. Der Vorsitzende des Berufungsgerichts habe in einem Interview gegenüber der Deutschen Welle die Verpflichtung der politischen Führung, d.h. des bayerischen Justizministeriums und des Auswärtigen Amts, unterstrichen, die Rückgabe der Gegenstände zuzulassen. Da Dikmen Berufung eingelegt und behauptet habe, dass ein Teil der Kunstsammlung seiner Ehefrau gehöre, habe sich die politische Führung Deutschlands vorerst gegen die Vollstreckung des Gerichturteils entschieden, weil dadurch die Rechte Dritter verletzt werden könnten. Der Besuch des Bundestagspräsidenten am 04. Januar in Zypern werde von entscheidender Bedeutung sein. Er werde ein Treffen mit StPr Papadopoulos haben und auch das Byzantinische Museum in Nikosia besichtigen, wo die Wandmalereien, die aus der Kanakaria-Kirche gestohlen und als Köder zur Verhaftung Dikmens benutzt worden seien, aufbewahrt werden. CYP Generalstaatsanwalt Klerides erklärte, dass es sich nichts Neues gebe. Die deutschen Gerichte würden über das Schicksal der Kunstwerke entscheiden. Trotz des ersten Beschlusses des Münchener Gerichts weigere sich die deutsche Regierung, die gestohlenen Antiquitäten zurückzugeben. Anlässlich eines München-Besuches vor einigen Monaten habe er die Ablehnung des zyprischen Vorschlags durch die deutschen Behörden kritisiert, die Rückführung der Kunstwerke gegen die Verpflichtung zuzulassen, diese zurückzugeben, falls das Gericht anders entscheiden sollte. ______________________________________________________________________ Quelle: Pressereferat der Deutschen Botschaft Nikosia - Der Überblick gibt keine Meinung der Botschaft wieder |  | |  19 % legal endbesteuert!Für Steuerpflichtige aus Österreich und Deutschland.   |