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Bulgarien

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Arbeiten in Bulgarien

Arbeitsmarkttrends

Bulgarien gehört zu den ärmsten Ländern in Europa. Die Wirtschaft hat sich zwar von der schweren Krise in 1996 erholt und befindet sich seit einigen Jahren auf dem Wachstumspfad (2007: + 11,8 %), doch das bulgarische Durchschnittseinkommen gehört zu den niedrigsten in Europa. Mit dem Wirtschaftsaufschwung sank auch die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Jahren erheblich: von 14,3 % im Jahresdurchschnitt 2003 auf 7,0 % im Jahresdurchschnitt 2007..

Traditionell sind der Süden und Südwesten mit der Hauptstadt Sofia, dem wichtigsten Wirtschaftsstandort des Landes, die besten Arbeitsmärkte. Sofia hat mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 % fast Vollbeschäftigung erreicht. Die Arbeitslosigkeit im Nordwesten und Südosten liegt dagegen weit über dem Landesdurchschnitt. Am höchsten ist sie im Verwaltungsbezirk Targovishte mit einer Quote von rund 21 %. Über 55-Jährige und Geringqualifizierte sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als jüngere Erwerbspersonen und Hochqualifizierte oder Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören die Chemische Industrie, Nahrungsmittel und Nahrungsmittelverarbeitung, Tabak-, Metall-, Textil-, Glas- und Porzellanindustrie, Kohleförderung, Stahlproduktion, Energiewirtschaft sowie der Maschinenbau und Tourismus. Die Landwirtschaft hat im ehemaligen Agrarstaat zwar für die Beschäftigung an Bedeutung verloren, doch arbeiten im Vergleich zu anderen europäischen Ländern überdurchschnittlich viele Menschen in diesem Bereich (7,8 % der Arbeitnehmer insgesamt). Auch im Industriesektor liegt der Anteil der abhängig Beschäftigten mit 34,2 % über dem europäischen Durchschnitt. Die Mehrheit der Beschäftigten findet jedoch Lohn und Brot im Dienstleistungssektor.

Als Jobmotor fungiert zweifelsohne die Privatwirtschaft. Allein 2006 schuf sie 100.056 neue Arbeitsplätze - vier Fünftel der neuen Stellen im Land. Überwiegend stellte das produzierende Gewerbe (Textil, Nahrungsmittel, Tabak) neue Mitarbeiter ein. Viele Stellen war aber auch im Handel und in Reparaturbetrieben sowie in der Landwirtschaft und Bauindustrie zu besetzen.

Mit der technischen Entwicklung steigt zwar auch der Bedarf an hoch qualifiziertem Personal; noch überwiegen allerdings die Arbeitsplätze für Geringqualifizierte und Arbeiter ohne Berufsausbildung. Der Grund hierfür ist der recht langsame Modernisierungsprozess in den einzelnen Wirtschaftszweigen.

In Bulgarien ist die Nachfrage nach Technikern, Kaufleuten, und Krankenschwestern hoch. Gute Chancen haben jedoch auch Bürofachkräfte mit guten Fremdsprachenkenntnissen (vor allem Englisch).

Ausländische Arbeitnehmer sind in Bulgarien vorwiegend als Fach- und Führungskräfte in den Branchen Bauwirtschaft, Telekommunikation und Energietechnik beschäftigt.

Zugang zum Arbeitsmarkt

Deutsche Staatsbürger können mit ihrem Personalausweis oder Reisepass nach Bulgarien einreisen, wenn sie sich dort für maximal 3 Monate aufhalten wollen. Wer als EU-Bürger einen längeren Aufenthalt in Bulgarien plant und dort arbeiten, studieren oder leben will, muss sich bei der Polizeibehörde anmelden, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. EU-Bürger brauchen keine Arbeitsgenehmigung für Bulgarien. Sie können sich bei der Arbeitsverwaltung ihres Wohnortes registrieren lassen, die dann einen persönlichen Aktionsplan zur Arbeitssuche aufstellt. Alternativ können sie die Dienstleisungen privater Arbeitsvermittler nutzen.

Lebenshaltungskosten

Generell liegen die Kosten in Bulgarien weit unter denen in Deutschland; importierte Güter, hochwertige Wohnungen oder deutschsprachiger Schulunterricht können die Kosten allerdings deutlich steigern. Die Preise in Sofia und an Touristenorten in der Saison liegen deutlich über denen iin kleineren Orten. Internationale Ketten wie Metro oder Billa sind in vielen größeren Orten vertreten, ihre Waren kosten überall dasgleiche.

Mit durchschnittlich 170 € im Monat liegt Bulgarien ganz am Ende der Lohnskala aller EU-Länder. Der gesetzliche Mindestlohn für einen Vollzeitjob liegt bei gut 90 € im Monat. In privaten Unternehmen können Arbeiter auf über 500 € im Monat kommen. Es gibt auch Kollektivverträge, die aber nicht bindend sind. Viele Westeuropäer sind allerdings von Unternehmen oder Regierungen nach Bulgarien entsandt und verdienen nach den Konditionen des Heimatlandes. Weihnachtsgeld in Höhe eines Monatsentgelts ist in Bulgarien üblich. In der Privatwirtschaft haben viele Unternehmen Bonussysteme eingeführt. Große Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber stellen auch häufiger Dienstwagen oder Mobiltelefone, besonders für Führungskräfte oder Mitarbeiter im Außendienst.

IIT-Spezialist - 615 €
Handelsvertreter - 400-770 €
Führungskraft 200-250 €
Arzt - 200-250 €
Krankenschwester - 100-150 €
Bürokraft - 100-150 €
Verkäufer - 100-200 €
Elektriker - 150-200 €

Sozialabgaben und Steuern

Wenn Sie sich über ein halbes Jahr in Bulgarien aufhalten, müssen Sie Ihren Verdienst dort versteuern. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei den Finanzbehörden Ihrer Wohn- und Arbeitsorte, welche Regeln für Sie gelten.

Vom Verdienst bleiben die ersten 1.230 € im Jahr steuerfrei (Zahl gültig für 2007). Einkommen darüber werden in drei Stufen mit 20 bis 24 Prozent versteuert. Sozialabgaben werden von der Steuer abgesetzt.

Wer 40 Stunden und mehr im Monat arbeitet, muss Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Sie betragen für den Arbeitnehmer rund 12,4 Prozent des Verdienstes (Rentenversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung; die Unfallversicherung zahlt nur der Arbeitgeber).

Arbeits- und Vertragsrecht

Ein Arbeitsvertrag sollte schriftlich abgeschlossen werden. Generell sollten Sie darauf achten, das er folgende Punkte enthält: Name und Anschrift der Vertragspartner, Art der Tätigkeit, Bezüge und Zulagen, Stellenbeschreibung und Arbeitszeit, Laufzeit des Vertrags, Kündigungsfristen und Termine, Jahresurlaub und Sondervereinbarungen.

Eine Probezeit von bis zu sechs Monaten kann vereinbart werden; wenn nichts anderes vereinbart ist, können in dieser Zeit beide Parteien das Arbeitsverhältnis fristlos kündigen. Danach gilt: In gegenseitigem Einvernehmen kann ein Vertrag jederzeit aufgelöst werden; ansonsten gelten bei einem unbefristeten Vertrag 30 Tage Kündigungsfrist, für einen Vertrag, der eine Probezeit enthielt, beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen.

Die Arbeitszeit beträgt bei öffentlichen Arbeitgebern 40 Stunden pro Woche an fünf Tagen; in privaten Unternehmen wird meist sechs Tage die Woche gearbeitet und mehr als 40 Stunden. Überstunden werden meist mit zusätzlichem Entgelt oder in Freizeit ausgeglichen; sie sind gesetzlich auf 30 Stunden im Monat beschränkt. Jugendliche, Schwangere und Mütter von Kindern bis zu sechs Jahren dürfen keine Überstunden leisten. Nachtarbeiter haben eine 35-Stunden-Woche.

Beschäftigte haben einen gesetzlichen Anspruch auf mindestens 20 Werktage bezahlten Urlaub im Jahr. Der Urlaub kann auch bis zur Mitte des folgenden Jahres genommen werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Hinzu kommen 11 gesetzliche Feiertage.

Bei Krankheit erhalten Beschäftigte 80 Prozent ihres Gehalts weiterbezahlt (90 Prozent bei beruflich bedingter Erkrankung). Voraussetzung ist, dass zuvor mindestens sechs Monate lang Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Arbeitslose, die in den letzten 15 Monaten mindestens 9 Monate Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben, bekommen Arbeitslosengeld. Es beträgt 60 Prozent des Verdienstes der letzten Monate, jedoch mindestens 46 € und höchstens 82 € im Monat. Je nach Länge der Vorversicherungszeit wird es zwischen 4 und 12 Monate lang ausbezahlt.

Bei Konflikten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern wird meist das General Labour Inspectorate eingeschaltet.

Sozialversicherung

Die Staaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes haben sich auf die Einhaltung bestimmter Regeln verständigt, mit denen die Beibehaltung und Übertragung von Rechten im Bereich der sozialen Sicherheit garantiert wird. Sie beziehen sich auf Leistungen der Krankenversicherung, der Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der Unfallversicherung und Familienleistungen. Die Verordnungen stellen sicher, dass kein Arbeitnehmer Nachteile erleidet, weil er im Laufe seines Erwerbslebens in mehreren Mitgliedstaaten erwerbstätig war: Kein Sozialversicherungsbeitrag soll verloren gehen, erworbene Rechte sollen geschützt werden, und jedes Land soll die Rente zahlen, die den dort verbrachten Versicherungszeiten entspricht. Weitere Informationen und nützliche Links zur sozialen Sicherheit in Europa finden Sie auf den Seiten der Europäischen Kommission unter http://ec.europa.eu (Suchbegriff "EUlisses").

Wenn Sie einreisen ...

Für gesetzlich Versicherte reicht die Vorlage der europäischen Krankenversicherungskarte aus, um sich im europäischen Ausland bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung medizinisch behandeln zu lassen. Die Europäische Krankenversicherungskarte ist in allen EU-Staaten sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein und in der Schweiz gültig. Privat Versicherte sollten mit ihrer Krankenkasse vor Reiseantritt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen, die dann in der Regel zwölf Monate gültig ist und mit einem Einmalbetrag abgegolten wird.

Wenn Sie arbeiten ...

Sobald Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, unterliegen Sie dem jeweiligen nationalen Sozialversicherungssystem und den dazugehörigen Rechtsvorschriften. Für die Versicherung gilt, dass man immer in dem Land sozialversichert ist, in dem man eine Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit ausübt. Vom so genannten Beschäftigungs- beziehungsweise Tätigkeitslandprinzip gibt es allerdings auch Ausnahmen. Wird ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber für einen befristeten Zeitraum in einen anderen Mitgliedstaat entsandt, um dort für das Unternehmen zu arbeiten, bleibt dieser Arbeitnehmer zunächst in seinem Heimatland versicherungspflichtig. Darüber hinaus sind weitere Ausnahmegenehmigungen möglich.

Wenn die Kinder mitkommen...

In Bulgarien gibt es ein sehr gut ausgebautes Netz an Kindergärten - allerdings nur für Kinder ab drei Jahren. Für jüngere Kinder einen Betreuungsplatz zu finden, ist dagegen schwieriger, vor allem außerhalb der großen Städte.

Kinder ab drei Jahren können in Bulgarien einen Kindergarten besuchen, für Jüngere gibt es Kinderkrippen. Die Kosten liegen bei etwa 13 € im Monat für einen Ganztagsplatz mit Frühstück und Mittagessen, sie werden jedes Jahr gesetzlich festgelegt. Eine Alternative in größeren Städten sind private Tagesmütter.

Kinder von 7 bis 16 Jahren sind schulpflichtig. Unter www.fit-for-europe.info finden Sie Informationen über das bulgarische Schulsystem. In Sofia gibt es eine deutsche Privatschule, die Unterricht vom Kindergarten bis zur 8. Klasse anbietet, sowie ein bulgarisches Gymnasium, das von der 9. Klasse bis zum Abitur einige Fächer auf Deutsch unterrichtet. Im übrigen Land gibt es eine Reihe von Schulen, die einige Klassen auf Deutsch anbieten. Adressen finden Sie über die deutsche Botschaft in Sofia (www.sofia.diplo.de). Für Kinder von EU-Bürgern, die im Land wohnen, gibt es kostenlose Bulgarisch-Kurse.

Kindergeld wird für minderjähige Kinder gezahlt, wenn diese und mindestens ein Elternteil die bulgarische Staatsangehörigkeit haben. Außerdem darf kein Familienmitglied mehr als 102 € im Monat verdienen. Das Kindergeld beträgt 10 € im Monat pro Kind. Familien mit Kindern, die die bulgarische Staatsangehörigkeit haben, können außerdem höhere Freibeträge von der Steuer absetzen.

Arbeitnehmerinnen bekommen 135 Tage Mutterschaftsurlaub, davon müssen 45 Tage vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin genommen werden. Während des Mutterschaftsurlaubs bekommen sie Mutterschaftsgeld in Höhe von 90 Prozent ihres vorherigen Verdienstes. Nach dem Mutterschaftsurlaub können Mutter, Vater oder ein Großelternteil für die ersten drei Kinder jeweils zwei Jahre Erziehungsurlaub nehmen, für weitere Kinder jeweils sechs Monate. In dieser Zeit bekommen sie Erzíehungsgeld in Höhe von 92 € im Monat. Nach dem Erziehungsurlaub können Vater und Mutter unbezahlten Urlaub von bis zu sechs Monaten nehmen - bis das Kind acht Jahre alt ist.

Beratung zur Kinderbetreuung und zu Familienleistungen in Bulgarien bekommen Sie von den EURES-Beratern in Bulgarien. Die Adressen und Telefonnummern finden Sie unter http://ec.europa.eu/eures (EURES Berater)

Quelle: Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAC)
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