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Das Sanierungskonzept

Aus der Analyse heraus ist ein Sanierungskonzept zu entwickeln. Da die Erfolgsaussichten einer Sanierung und die Bereitschaft, sich zu engagieren, entscheidend auch von der Sanierungswürdigkeit abhängen - also die Überzeugung, dass das Unternehmen nachhaltig, entsprechend ausreichende Erträge erwirtschaften kann - darf sich ein solches Konzept nicht im Stopfen von Löchern erschöpfen, sondern benötigt ebenfalls eine strategische Perspektive.

Diese ist zugleich geeignet, dem Sanierungsplan eine Leitlinie zu geben und damit eine Vision, die geeignet sein kann, Zustimmung und Motivation bei denen auszulösen, auf deren Mitwirkung die erfolgreiche Umsetzung und Strategiemaßnahmen angewiesen ist.

 

Sanierung ist eben mehr als reine "Reparaturarbeit" und das "Herumdoktern" an Symptomen!

 

Eine Strategieplanung - zumal im Rahmen eines Sanierungsplans - muss nicht in umfangreiche theoretische Erörterungen ausarten und auch nicht die Ergebnisse auf Hochglanzpapier produzieren, sondern sich schlüssig auf die für das Unternehmen wesentlichen Kernfragen konzentrieren.

Wesentlicher Aspekt dabei ist die Bestimmung Erfolg versprechender Geschäftsfelder, also jener Marktbereiche, die entsprechend Umsatzvolumen, Erträge, Marktpositionen gegenüber dem Wettbewerb und somit auch ausreichende Erträge erwarten lassen. Letztendlich zielen Strategien darauf ab, möglichst strategische Wettbewerbsvorteile zu erringen, also im entsprechenden Marktsegment die Bedürfnisse der Zielgruppe nach deren Beurteilung besser zu befriedigen als die Konkurrenz.

Hierzu müssen Betätigungsfeld und die eigene Aktivität im Einklang gebracht werden. Neben der Auswahl der richtigen strategischen Geschäftsfelder (im Sinne von Effektivität) gilt es im Unternehmen, in effizienter Weise bei den Geschäftseinheiten die entsprechenden Ressourcen und Kompetenzen auszubauen.

Kurz gesagt, es geht also darum, strategische Erfolgspotentiale nachhaltig auszubauen und zu sichern. Auf Einzelheiten der strategischen Planung kann hier nicht weiter eingegangen werden, siehe jedoch auch einige Aspekte im ersten Teil.

Gerade bei Strategieüberlegungen im Rahmen eines Sanierungskonzeptes ist es zumeist hilfreich, sich auf wenige Kernbereiche zu konzentrieren, also möglichst auch auf das zurückzubesinnen, wo das Unternehmen schnell und mit möglichst wenig zusätzlichen Aufwendungen seinen Erfolg ausbauen kann.

Strategien basieren auf Unternehmenszielen, Unternehmens- und Umfeldanalysen. Alle drei Bereiche sollten auch im Konzept zwar ausreichend, doch mit möglicher Kürze und Prägnanz aufgezeigt werden. Sie zeigen den Beteiligten "wo die Reise hingehen soll", und erlauben eine Überprüfung, inwieweit von realistischen Annahmen ausgegangen wird.

 


Neben der Perspektive, der Vision für die Sanierung, hat das Konzept selbstverständlich auch die Schritte zur Bewältigung der akuten Krisensituation aufzuzeigen. Ein etwas pragmatischer Spruch lautet: "Wer die Gegenwart nicht meistert, hat auch keine Zukunft". Bei aller Bedeutung der strategischen Konzeption soll hier aufgezeigt werden - auch bezüglich der Einbeziehung Dritter, - dass die akuten Bedrohungen des Unternehmens erkannt und ernst gekommen werden und ihnen wirksam begegnet werden soll. Meist handelt es sich hierbei um die zeitlich vorrangig zu lösenden Problemstellungen.

Droht Illiquidität, ist aufzuzeigen, auf welche Weise sie vermieden werden soll, z.B. durch Zuführung neuen Eigenkapitals, sei es von den bisherigen Eigentümern oder durch Aufnahme neuer Gesellschafter, Stundung oder Umschuldung von Verbindlichkeiten, Aufnahme neuer Kredite oder Veräußerungen von nicht notwendigen Betriebsgegenständen.

Oftmals können auch organisatorische Maßnahmen zur Minderung des Kapitalbedarfes führen. Ähnliches gilt auch für die Vermeidung drohender Überschuldung!

Bei der Überprüfung, inwieweit die gefundene Konzeption schlüssig und realitätsgerecht ist, wird zugleich der Handlungsbedarf deutlich. Einerseits sind diese vom Unternehmen und den in ihm tätigen Personen zu erbringen. Andererseits ist oftmals die Mitwirkung oder zumindest doch wohlwollende Duldung durch Dritte erforderlich. Je mehr der Erfolg des Sanierungskonzeptes von deren Verhalten abhängig ist, desto sinnvoller wird es in aller Regel sein, diese möglichst frühzeitig in die Überlegungen einzubeziehen und für das Konzept zu gewinnen.

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